Liebe Schwestern, liebe Geschwister im Glauben!
wie die Heiligen Drei Könige können auch wir an diesem Dreikönigstag unseren Glauben und unser Vertrauen stärken. In einem portugiesischen Lied heißt es dazu: „Ich folge einem Stern, den meine Augen nicht sehen können. Da ich ihn nicht sehen kann, frage ich mich: Warum? Den Stern, dem ich folge, sehe ich nur mit meinem Glauben. Denn er ist die Stimme des Kindes, des Jungen aus Nazareth.“
Am heutigen 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn, gedenken wir der Sterndeuter aus dem Osten, die sich vom Stern zum Kind in der Krippe leiten ließen. Mit der Schließung der Heiligen Pforte am Petersdom wird heute auch das Heilige Jahr mit dem Thema „Pilger der Hoffnung“ beendet. Es hat uns bewusstgemacht, dass wir Pilger und Pilgerinnen auf dieser Welt sind, und uns dazu veranlasst, uns zu fragen, welche Hoffnungen uns bewegen.
Das Heilige Jahr geht zu Ende, doch unsere Verpflichtung, Zeugnis für die hoffnungsvolle Botschaft des Evangeliums abzulegen, bleibt bestehen.
In einer Sonderaudienz im Rahmen des Heiligen Jahres sagte Papst Leo XIV. am 6. Dezember des vergangenen Jahres folgende Worte: „Gott zieht uns in seine Geschichte hinein, in seine Träume. Hoffen heißt also teilnehmen. Das Leitwort des Jubiläums ‚Pilger der Hoffnung‘ ist kein Slogan, der in einem Monat wieder verschwindet! Es ist ein Lebensprogramm: ‚Pilger der Hoffnung‘ bedeutet Menschen, die unterwegs sind und erwarten, aber nicht untätig, sondern teilnehmend.“
Die Weisen aus dem Osten erinnern uns in besonderer Weise an Pilger. Karl Rahner hat in einem wunderbaren Text über die Weisen aus dem Morgenland meditiert und ihren Weg als Glaubensweg interpretiert. Viele von euch werden den Text kennen. Dennoch sollen an dieser Stelle einige Verse zitiert werden:
“Siehe, die Weisen haben sich aufgemacht. Ihre Füße liefen nach Bethlehem, ihr Herz aber pilgerte zu Gott. Sie suchten ihn; aber während sie ihn suchten, führte er sie schon. Sie glauben nicht, dass der Mensch seinen einen Schritt unterlassen dürfe, weil Gott ja doch tausend machen müsse, damit beide sich finden...
Lasst auch uns auf die abenteuerliche Reise des Herzens zu Gott gehen! Lasst uns aufbrechen und vergessen, was hinter uns liegt! Es ist noch alles Zukunft - weil wir Gott noch finden, noch mehr finden können. Der Weg geht durch Wüsten und Finsternisse. Aber verzage nicht: der Stern ist da und leuchtet. Du sagst, er stehe zu klein und zu fern am Firmament deines Herzens? Aber er ist da! Er ist nur klein, weil du noch weit zu laufen hast! Er ist nur fern, weil deiner Großmut eine unendliche Reise zugetraut wird!
Brich auf, mein Herz, und wandre! Es leuchtet der Stern. Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg. Und viel geht dir unterwegs verloren. Lass es fahren! Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir. Er wird sie annehmen. Denn du wirst ihn finden!” (aus Karl Rahner, Von der seligen Reise des gottsuchenden Menschens)
Der Stern leuchtet auch auf unseren Pilgerwegen in den verschiedenen Ländern, in denen wir unsere Sendung als Vorsehungsschwestern leben.
Fragen wir uns zu Beginn dieses neuen Jahres:
Welche Hoffnung trägt mich?
Was stärkt mich in meiner Sendung?
Teilen wir unsere Hoffnung!
Gehen wir mit dem Blick auf Jesus Christus gemeinsam als Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung weiter! Der Stern wird uns zu unseren Brüdern und Schwestern führen, wo Gott selbst wohnt.
Zusammen mit den besten Wünschen für ein gesegnetes Jahr 2026 wünschen wir, dass der Friede Gottes und sein Licht unsere Herzen erreichen – insbesondere in den von Konflikten und Krieg heimgesuchten Regionen.
Eure Schwestern der Generalleitung
(Bild: aufgenommen während der Krippenausstellung in Telgte, 2016/2017)
GENERALAT DER SCHWESTERN VON DER GÖTTLICHEN VORSEHUNG
Breul 22 a
48143 Münster
Telefon: 0251 41350
vorsehungsschwestern@
generalat.de
